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Weimarer Sommerkurse 2004

Das Programm im Überblick

Kurs A: Wonach streben wir? Philosophische Denkangebote der "Weimarer Klassik" zu ethischen Fragen der Gegenwart

Kursleitung: Dr. Frithjof Reinhardt, Philosoph und Philosophie-Historiker (Bad Berka)

In der durch Krisen erschütterten Welt der Gegenwart gewinnt das Fragen nach einem Minimalkonsens des Guten existenzielle Bedeutung. In Weimar/Jena wurden am Beginn der Moderne Denkangebote für die Gestaltung eines „guten Lebens“ in einer „guten Welt“ unterbreitet. Diese „klassischen“ Angebote sollen im Kurs kritisch befragt und vor dem Hintergrund der (leidvollen) Erfahrungen der Moderne weitergedacht werden.

Ablaufplan für den Kurs A zum herunterladen.

Dr. Frithjof Reinhardt
*1959 in Greifswald; 1981 – 1986 Studium der Philosophie, Geschichte und Pädagogik in Leipzig, 1986 – 1989 Forschungsstudium zur Philosophie Hegels bei Prof. Helmut Seidel, 1990 Promotion („ Hegels humanistisches Programm der unsichtbaren Revolution des Geistes. ...“); 1990 – 1995 Tätigkeit in verschiedenen kulturellen Einrichtungen, daneben Forschungs- Publikations- und Lehrtätigkeit, seit 1995 Freiberufliche Tätigkeit als Philosophie- und Kulturhistoriker, Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Ilmenau, Aufbau des Instituts für Philosophie und Kulturgeschichte in Bad Berka; das Institut, zusammenarbeitend mit unterschiedlichen Einrichtungen, bietet ein umfangreiches Programm von Veranstaltungsreihen, Seminaren, Bildungsprojekten an;

 

Kurs B: Fremderfahrung und kulturelle Identität in interkulturellen und interreligiösen Kontexten zwischen Klassik und Heute

Kursleitung: Thomas Ritschel, Religionswissenschaftler und Erwachsenenbildner (Jena)

In der globalisierten Welt verwischen die Grenzen zwischen den Kulturen. Welche Konsequenzen hat das für den Umgang mit „Fremderfahrung“? Interdisziplinär und aus der Perspektive unterschiedlicher kultureller Kontexte fragen wir nach den historischen und aktuellen Bedingungen der Auseinandersetzung mit dem Thema „Fremderfahrungen“. Ein weiterer Schwerpunkt sind die daraus folgenden Konsequenzen für interkulturelle Lernprozesse.

Ablaufplan für den Kurs B zum herunterladen.

Thomas Ritschel
*1967, Studium der Religionspädagogik, Ev. Theologie (Schwerpunkt Religionswissenschaft), Geschichte und Erziehungswissenschaft; von 1992 – 96 Lehrbeauftragter an der FH in Jena; von 1994 – 1996 Forschungsstipendiat am Wissenschaftszentrum Düsseldorf; von 1995 – 1997 Lehrbeauftragter am Institut für Weiterbildung im sozialen Bereich, Jena; seit 1997 Leiter der Evangelischen Erwachsenenbildung Thüringen (staatlich anerkannter Träger der Erwachsenenbildung); mehrjährige Erfahrung als Dozent und Erwachsenenbildner. Arbeitsschwerpunkte vor allem in den Bereichen Erwachsenenbildung, Geschichte, Religionswissenschaft, insb. Religionsgeschichte, -soziologie, - phänomenologie. Themen u.a.: interkulturelle und interreligiöse Lehr-Lernprozesse in der Erwachsenenbildung, Religion und Identität, Islam in Europa, Interreligiöse Kommunikation

 

Kurs C: Ästhetische Strategien der Moderne und die Kunst der Zukunftsfähigkeit

Kursleitung: Dr. Hildegard Kurt, Kulturwissenschaftlerin (Berlin)

Welche Potenziale bieten die in Weimar entwickelten ästhetischen Strategien der Moderne - von der Klassik bis zum Bauhaus - für ein zukunftsfähiges Europa? Vor diesem historischen Hintergrund, aber auch im Blick auf zeitgenössische Kunstpraktiken wird der Kurs die "Kunst der Zukunftsfähigkeit" zu erschließen suchen. Zum Programm gehört ein viertägiger Workshop in den Werkstätten der Bauhaus-Universität, mit der britischen Künstlerin und Beuys-Schülerin Shelley Sacks. Sacks leitet das Forschungszentrum Soziale Skulptur (Social Sculpture Research Unit / SSRU) an der Brookes University in Oxford, vgl. www.social-sculpture.org

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Dr. Hildegard Kurt
geb. 1958; Studium der Germanistik und Romanistik in Münster, Aix-en-Provence und Mainz, 1982 Staatsexamen für das Lehramt; freie Übersetzerin und Autorin; 1999 Promotion am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin; 1997-2000 Kunstredakteurin der Zeitschrift ZUKÜNFTE; freie Projekt-, Forschungs- und Lehrtätigkeit mit den Schwerpunkten Kunst und Zukunftsfähigkeit, Kultur und Ästhetik der Nachhaltigkeit, Kunst und Agrarkultur, Interkulturelle Kulturarbeit und Dialog der Kulturen. Vgl. http://www.hildegard-kurt.de

 

Kurs D: „Europa“ – Utopie, Idee und Wirklichkeit in der Literatur seit 1800

Kursleitung: Justus H. Ulbricht, Historiker und Germanist (Jena-Weimar)

Die Wirklichkeit des künftigen Europa braucht das Wissen um die Utopien, Ideen und Sehnsüchte, die sich seit etwa 1800 in Literatur und Kunst mit dem Begriff „Europa“ verbinden. Der „imaginäre Kontinent“ Europa wurde zumeist von Künstlern und Schriftstellern beschrieben und oftmals gegen die politische Realität ihrer jeweiligen Zeit verteidigt – somit war (und ist?) Europas Idee immer mehr und Anderes als dessen realpolitische und wirtschaftliche Gestalt.

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Justus H. Ulbricht
*1954, Humanistisches Gymnasium 1965-1973, ab 1974 Universität Tübingen: Studium der Geschichte, Germanistik und Allgemeinen Pädagogik bis 1979/80, seit 1981 freier Wissenschaftler (Publikationen, Vorträge, Tagungsorganisation, Erwachsenenbildung, Ausstellungen) und Hausmann. 1995 bis 1998 wiss. Mitarbeiter im VW-Projekt „Die völkische und nationalsozialistische Instrumentalisierung der kulturellen Traditionen Weimars“, freiberuflich Mitarbeiter an mehreren Ausstellungsprojekten im Kulturstadtjahr 1999 in Weimar, 2001-2003 wiss. Mitarbeiter der „Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen“. Zwei Söhne (Jan, *1984, und Michael, *1991); lebt mit der Verlegerin Christine Jäger und deren Tochter Johanna in Jena. - Wesentliche Forschungsinteressen: Geschichte der Völkischen Bewegung, bürgerliche Jugendbewegung, neureligiöse Strömungen in Deutschland, deutsche Intellektuellengeschichte, Probleme des „klassischen Erbes“ in politischen Kontexten, Kulturgeschichte Thüringens im 20. Jahrhundert, Rezeption Nietzsches.